Lesesommer XXL 2020 – Abschlussveranstaltung im Stadthaus Wittenberg

Am 11.09.2020 wurden alle Kinder, die am Lesesommer teilgenommen und mindestens zwei Bücher gelesen und bewertet hatten, in das Stadthaus Wittenberg eingeladen.
Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg, Herrn Zugehör, der Betriebsleiterin des Eigenbetriebes „Kommunale Bildungseinrichtungen“ Frau Brachwitz, Mitgliedern des Fördervereins der Stadtbibliothek, den „Wittenberger Bücherfreunden e.V.“ und der Stadtbibliothek konnten sich die Kinder mit ihren Eltern und Großeltern über den Auftritt des Zauberkünstlers Jan Gerken aus Berlin freuen.
Im Anschluss gab es wieder einige Überraschungen für die Kinder, denn neben dem begehrten Zertifikat über die Teilnahme am „Lesesommer XXL“ wurden auch 2020 die Meist(er)leser in den Altersgruppen 8-9 Jahre und 10-13 Jahre ausgezeichnet. Mit ein bisschen Glück gab es bei der Verlosung einen der attraktiven Preise zu gewinnen. Die Preise sponserte der Förderverein der Stadtbibliothek Wittenberg, die „Wittenberger Bücherfreunde e.V.“ u.a. mit Mitteln aus der Spende der Wittenberger Buchhandlung „Thalia“, die der Verein im August 2020 erhalten hat.

Die Malschule der Cranach-Stiftung erhält Förderpreis für das Projekt „Wortschätze“

Für das Projekt „Wortschätze“ haben die Wittenberger Bücherfreunde ab Sommer 2017 in Vergessenheit geratene Wörter gesammelt.  In der Malschule der Cranach-Stiftung Wittenberg haben die Kinder verschiedener Kurse diese Wörter in Bilder umgesetzt. Im März 2018 gab es dazu eine Ausstellung in der Stadtbibliothek.

Nun erhielt die Malschule dafür einen Förderpreis des Kinder- und Jugend-Kultur-Preises des Landes Sachsen-Anhalts.

Hier der Link zum MZ-Artikel:
Cranach-Stiftung in Wittenberg Malschule erhält Förderpreis

„Schachnovelle“, „Die Kinder von Nebra“ und „Wasser für die Elefanten“

Immer wieder gern lese bzw. höre ich die „Schachnovelle“ von Stefan Zweig (gut gesprochen von Georg Peetz).
Es fasziniert mich immer wieder wie es Zweig schafft, Spannung in der Geschichte aufzubauen und eine Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit zu schlagen.
Vordergründig handelt die Novelle vom schönen Brettspiel, doch eröffnet sie gleichzeitig einen Blick in die Stärken und Schwächen der Menschheit.

Gerade lese ich „Die Kinder von Nebra“ von Ulf Schiewe.
Mich hat interessiert, wie sich der Autor die Entstehung der Himmelsscheibe von Nebra vorstellt und so habe ich mich auf die Götter und Legenden aus der Vorzeit eingelassen.
Es war eine unterhaltsame Reise durch den Alltag vor 4000 Jahren mit Götterehrung, Clanintrigen und Kampfgetümmel. Wer in Coronazeiten nicht auf die Lesestunde achten muss, kann hier gut abtauchen und auch noch eine Geschichte um Liebe und Macht genießen.
Die vorhandenen Fakten und Erkenntnisse werden durchaus kurzweilig mit fiktiver Erzählung verknüpft.
(Für Kinder, als Geschichtslektüre, ist es wegen der teils grausamen Rituale nicht geeignet.)

Wasser für die Elefanten“ von Sara Gruen und Eva Kemper ist eine spannende Geschichte über einen jungen Mann der in einem Wanderzirkus landet, sich verliebt und dabei sein Herz nicht nur an eine bereits verheiratete Dressurreiterin, sondern auch an die verfressene Elefantendame Rosie verliert.
Da der Roman in der Zeit der Wirtschaftskrise 1931 in Amerika spielt, ist es nicht nur Zirkusluft die man spürt. Auch die Auswirkungen der schweren Depression mit Hunger und Not bestimmen teils traurig, teils komisch die Geschichte.

Buchempfehlungen von R. Hoffmann

Tuvia Tenenbom „Allein unter Deutschen“

„Allein unter Deutschen“ heißt der Buchtitel von Tuvia Tenenbom, einem amerikanischen Journalisten und Juden, der sich auf den Weg machte, um Deutschland von Nord nach Süd und von Ost nach West  zu erkunden. Wie „ticken“ die einzelnen Menschen in den unterschiedlichen Regionen und in den unterschiedlichen Milieus. Wie ist es, wenn man sich als Jude inkognito in einer Nazidemonstration untermischt und versucht dabei herauszufinden welche Motive diese Menschen bewegt. Stimmen eigentlich alle Klischees über Deutsche?  Man möchte sagen vieles trifft zu. Ein sehr unterhaltsames Buch (430 Seiten) und interessante externe Sicht über Deutsche und Deutschland. Trotz ernster Themen kommt der Humor nicht zu kurz, ja manchmal fast komisch gewürzt mit einer Menge Sarkasmus.

Buchempfehlung von Rainer Schultz
Mitglied im Verein „Wittenberger Bücherfreunde e.V.“

Zsuzsa Bank „ Die hellen Tage“

In den 1960 er Jahren verbringt das Mädchen Seri helle Tage ihrer Kindheit im Garten ihrer Freundin Aja. Diese lebt mit ihrer Mutter am Rand einer süddeutschen Kleinstadt in einer Baracke und stammt aus einer ungarischen Arbeiterfamilie.

Die scheinbar heile Welt der Kindheit hat einen unsichtbaren Sprung. Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt und Ajas Vater kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Der gemeinsame Freund Karl hat seinen jüngeren Bruder verloren, als der in ein fremdes Auto stieg und nie wiederkam.

Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen der Kindheit lotsen und ihnen beibringen keine Angst vor dem Leben zu haben.

In diesem Buch werden die Geschichten der Familien sehr eindrucksvoll erzählt und die jungen Hauptpersonen durch die Zeit begleitet.

Als die Drei zum Studium nach Rom gehen wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Lebenswege und auch zur Zerreißprobe ihrer Freundschaft.

Ich hatte viel Vergnügen beim Lesen dieses Buchs, die Stimmungen und Farben, die wunderbare Beschreibung des Lebens. Ich fühlte mich mittendrin im Geschehen.

Dieses Buch erschien schon 2013.

Buchempfehlung  von Ilona
Mitglied im Verein „Wittenberger Bücherfreunde e.V.“